Souveniers

Aquarell-Serie + Texte

Die Geschichte eines Flüchtlings, der vor dem Verlassen der Heimat noch eine Handvoll Erde in den Saum seiner Jacke einnähte, bewegte mich tief.

Ich selbst habe zwar keine Erde der Heimat aber eine Porzellan-Figurine meiner Oma mitgenommen als ich Kroatien verließ. Diese Figurine gibt es heute noch in meiner neuen Heimat. Sie steht auf dem Bücherregal und ist ein Erinnerungsstück an meine Kindheit in Omas Obhut in Kroatien. Sie ist gleichzeitig der Anfang meines Projekts „SOUVENIRS“.

Die Idee für das Projekt gibt es schon seit 2010. Sie schlummerte dann aber doch noch sieben Jahre im Verborgenen, bis sie Form annahm. Mal wieder hielt ich die Figurine in Händen. Bildete ich es mir nur ein oder roch ich wirklich Großmutters Parfüm in diesem Moment? Die Zeit mit meiner Oma kam mir wieder in den Sinn. Ich beschloss, die Figurine zu malen. Es entstand ein Aquarell. 

Das Aquarell befestigte ich auf die Rückseite eines Obstkästchens, erstmal, um es zu betrachten und merkte, dass das Kästchen in dieser Position Beinchen hat. Nicht nur deswegen erhielt das Kästchen eine Transport-Funktion. Es transportiert die Erinnerung des Besitzers, die dem Objekt anhaftet und die Erinnerung an die vergangene Zeit aus der das Objekt kommt. Das Aquarell allein erzählt die Geschichte nicht, ich schrieb meine Geschichte auf.

Heute stehen oder hängen die Aquarelle, auf Obstkästchen befestigt, nie allein, sie werden von den Texten begleitet, die die Geschichte der gemalten Objekte erzählen.

Freunde, Bekannte und Unbekannte leihen mir ihre „Wichtig-Objekte“ zum Malen und erzählen mir ihre Geschichte dazu. Mittlerweile ist eine kleine Sammlung „SOUVENIRS“ entstanden, sie wächst stetig.